Workshops
FORTBILDUNGSPROGRAMM
PARTS
Anteileorientierte Traumabegleitung
Hinter jedem Verhalten verbirgt sich ein innerer Anteil, der versucht, für etwas zu sorgen.
Manchmal ist es ein Anteil, der Nähe sucht. Manchmal schützt ein Anteil vor Verletzung. Manchmal kämpft ein Anteil, zieht sich zurück, erstarrt oder versucht um jeden Preis, die Kontrolle zu behalten. PARTS hilft dabei, diese inneren Anteile wahrzunehmen, ihre Funktion zu verstehen und sie so zu unterstützen, dass sie nach und nach miteinander zusammenarbeiten können, anstatt im Konflikt zu bleiben.
Das Programm verbindet Erkenntnisse aus der Bindungstheorie, der Polyvagal-Theorie, der Psychotraumatologie sowie modernen Modellen der Arbeit mit inneren Anteilen. Es wurde für Eltern, Lehrpersonen und Fachpersonen entwickelt, die das Verhalten von Kindern und Erwachsenen besser verstehen und ihre Entwicklung auf der Grundlage von Sicherheit, Regulation und Beziehung unterstützen möchten.
DAS PARTS-PROGRAMM
Modul 0 - „Die Sprache der inneren Anteile - Beziehung und Sicherheit“
Modul 0 bildet die Einführung in das PARTS-Programm und schafft die gemeinsame Grundlage für alle weiteren Module. Es kann als eigenständige Fortbildung besucht werden oder den ersten Baustein des vollständigen PARTS-Programms bilden.
Im Alltag erleben wir häufig innere Widersprüche. Ein innerer Anteil sehnt sich nach Nähe, während ein anderer sie fürchtet. Ein Anteil möchte sich ausruhen, ein anderer erlaubt es nicht, innezuhalten. Ähnlich erleben Kinder und Erwachsene ihre innere Welt, besonders dann, wenn sie Belastung, Stress oder traumatische Erfahrungen erlebt haben.
Während der Fortbildung lernen die Teilnehmenden das Konzept der natürlichen Vielfalt innerer Anteile kennen. Sie lernen, die Sprache der inneren Anteile zu erkennen und Verhalten aus der Perspektive von Bedürfnissen, Schutzfunktionen und Beziehungserfahrungen zu verstehen.
Besonderes Augenmerk gilt dem Aufbau von Sicherheit, der Entwicklung einer achtsamen Beobachtung sowie der Schaffung einer gemeinsamen Sprache für Gespräche über Emotionen, Verhalten und Beziehungen.
- Orientierung und Sicherheit
- Trauma als Erfahrung von Überforderung
- Das SIBAM-Modell nach Peter Levine
- Die natürliche Vielfalt innerer Anteile
- Bindungsbezogene, schützende und autonome Anteile
- Die Sprache der inneren Anteile
- Konflikte zwischen inneren Anteilen
- Neurozeption von Sicherheit und Bedrohung
- Innere Anteile bei sich selbst und anderen wahrnehmen
- Eine gemeinsame Sprache entwickeln, um Verhalten besser zu verstehen
DAS PARTS-PROGRAMM
Modul 1 – „Bindung, Körper und Gedächtnis“
Modul 1 widmet sich dem Verständnis dafür, wie Beziehungserfahrungen die Entwicklung eines Menschen prägen. Die Teilnehmenden lernen, wie Erfahrungen im Körper, in den Emotionen, im Gedächtnis und in der Art, Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen, gespeichert werden.
Besonderes Augenmerk gilt der Frage, wie Beziehungen die Entwicklung des autonomen Nervensystems beeinflussen und zur Entstehung von Überlebensstrategien beitragen, die mit der Zeit das Zusammenspiel verschiedener innerer Anteile organisieren können.
Die Teilnehmenden lernen, Zusammenhänge zwischen Bindungserfahrungen, dem Körpergedächtnis und den inneren Anteilen zu erkennen, die sich rund um die Bedürfnisse nach Nähe, Sicherheit, Autonomie und Schutz entwickeln.
Das Modul hilft zu verstehen, warum manche Reaktionen automatisch entstehen, weshalb Vertrauen, Nähe oder Emotionsregulation manchmal schwerfallen und warum Verhalten häufig ein Versuch ist, mit Erfahrungen umzugehen, die im Körper und im Gedächtnis gespeichert sind.
- Entwicklungstrauma und seine Auswirkungen auf die menschliche Entwicklung
- Bindung als biologisches System von Sicherheit und Schutz
- Bindungsstile bei Kindern und Erwachsenen
- Der Einfluss von Bindungserfahrungen auf die Entwicklung bindungsbezogener, schützender und autonomer Anteile
- Die Entwicklung des Gehirns und des autonomen Nervensystems
- Körpergedächtnis, emotionales Gedächtnis und Beziehungsgedächtnis
- Überlebensstrategien und innere Anteile, die sich als Reaktion auf mangelnde Sicherheit entwickeln
- Die Bedeutung von Berührung, Präsenz und Kontakt
- Der Einfluss der Erfahrungen von Bezugspersonen auf die Beziehung zum Kind
- Psychohygiene und Prävention von Überforderung
- Praktische Methoden zur Förderung von Regulation und Wohlbefinden
DAS PARTS-PROGRAMM
Modul 2 – „Sicherheit und Stärkung des Systems des sozialen Engagements“
Modul 2 widmet sich der Neurobiologie von Sicherheit sowie der Rolle des autonomen Nervensystems beim Aufbau von Beziehungen, der Emotionsregulation und dem Erleben von Wohlbefinden.
Die Teilnehmenden lernen die grundlegenden Konzepte der Polyvagal-Theorie von Stephen Porges kennen und entwickeln ein Verständnis dafür, Verhalten von Kindern und Erwachsenen aus der Perspektive autonomer Zustände des Nervensystems zu betrachten. Das Modul zeigt, dass viele Reaktionen, die als schwierig, unangemessen oder unverständlich erscheinen, in Wirklichkeit Versuche des Organismus sind, Sicherheit wiederzufinden.
Besonderes Augenmerk gilt dem System des sozialen Engagements, das Bindung, Koregulation und die Erfahrung von Sicherheit durch Beziehung ermöglicht. Die Teilnehmenden lernen, Signale verschiedener autonomer Zustände zu erkennen und Regulation über den Körper, die Stimme, den Kontakt und die Beziehung gezielt zu unterstützen.
- Die grundlegenden Konzepte der Polyvagal-Theorie
- Neurozeption von Sicherheit und Bedrohung
- Die hierarchische Organisation des autonomen Nervensystems
- Das System des sozialen Engagements
- Die an der Gestaltung von Beziehungen beteiligten Hirnnerven
- Die Bedeutung von Gesicht, Blick, Mimik und Stimme
- Soziales Hören und die Rolle des Mittelohrs
- Die Vagusbremse und ihre Bedeutung für die Regulation
- Koregulation als biologisches Fundament von Entwicklung
- Sicherheit durch Körper, Rhythmus, Stimme und Beziehung fördern
DAS PARTS-PROGRAMM
Modul 3 - "Dissoziation, innere Anteile und Integration von Erfahrungen"
Modul 3 widmet sich dem Verständnis dessen, was geschieht, wenn Erfahrungen die Regulationsfähigkeit eines Menschen übersteigen. Die Teilnehmenden lernen das heutige Verständnis von Dissoziation als einer natürlichen Schutzstrategie kennen, die sich als Reaktion auf Überforderung, Bedrohung oder fehlende Unterstützung entwickelt.
Das Modul hilft dabei, Dissoziation von Ungehorsam, mangelnder Motivation oder bewusstem Verhalten zu unterscheiden. Die Teilnehmenden lernen, unterschiedliche Erscheinungsformen von Dissoziation zu erkennen und innere Anteile wahrzunehmen, die sich rund um Sicherheit, Bindung, Schutz und Überleben entwickeln.
Besonderes Augenmerk gilt der achtsamen Beobachtung von Kindern und Erwachsenen im Alltag. Verhaltensweisen wie Rückzug, scheinbare Abwesenheit, starke Aktivierung, Aggression, Panik oder plötzliche Veränderungen im Verhalten werden als mögliche Hinweise auf die Aktivierung bestimmter innerer Anteile oder Schutzstrategien verstanden.
Das Modul zeigt, wie Sicherheit, die Zusammenarbeit innerer Anteile und die schrittweise Integration von Erfahrungen unterstützt werden können – ohne Druck, Beschämung oder eine erneute Überforderung des Nervensystems.
- Das heutige Verständnis von Dissoziation
- Dissoziation als natürliche Schutzstrategie
- Die natürliche Vielfalt innerer Anteile
- Bindungsbezogene, schützende und autonome Anteile
- Zusammenhänge zwischen Trauma, Bindung und Dissoziation
- Innere Anteile im Alltag erkennen
- Orientierungshilfe zur Beobachtung innerer Anteile und dissoziativer Erscheinungsformen
- Verhalten als Ausdruck von Erfahrungen und als Versuch, mit Belastungen umzugehen
- Die Zusammenarbeit innerer Anteile fördern
- Sicherheit als Voraussetzung für die Integration von Erfahrungen
- Die Bedeutung von Beziehung, Koregulation und der Präsenz Erwachsener
- Das PARTS-Modell in der Begleitung von Kindern und Erwachsenen praktisch anwenden
TEILNEHMENDE
Für wen ist PARTS geeignet?
Das PARTS-Programm wurde für Eltern, Bezugspersonen und Fachpersonen entwickelt, die Kinder und Erwachsene nach Erfahrungen von Überforderung, Trauma oder Bindungsverletzungen begleiten.
Es richtet sich sowohl an Menschen, die Verhalten und Beziehungen im Alltag besser verstehen möchten, als auch an Fachpersonen, die ihre Arbeit durch ein vertieftes Verständnis innerer Anteile, von Regulation und der Bedeutung früher Beziehungserfahrungen erweitern möchten.
Das Programm richtet sich insbesondere an:
- Eltern und Bezugspersonen
- Adoptiv- und Pflegeeltern
- Lehrpersonen und pädagogische Fachpersonen
- Psychologinnen und Psychologen
- Therapeutinnen und Therapeuten
- Mitarbeitende von Adoptions- und Pflegekinderdiensten
- Sozialarbeitende und Familienbegleitende
- alle, die Kinder und Erwachsene nach Erfahrungen von Überforderung, Trauma oder Bindungsverletzungen begleiten möchten.
ORGANISATION UND Teilnahmegebühren
Wie ist das PARTS-Programm aufgebaut?
Das PARTS-Programm besteht aus vier Präsenzmodulen.
Modul 0 „Die Sprache der inneren Anteile: Beziehung und Sicherheit“ kann als eigenständige Fortbildung besucht werden oder den ersten Baustein des vollständigen PARTS-Programms bilden.
Modul 0
490 CHF pro Person
Module 1 bis 3
1’470 CHF pro Person
Für geschlossene Gruppen und Institutionen werden die Teilnahmegebühren individuell mit dem Veranstalter vereinbart.
Modul 0
25.–26.10.2026 – Lodz, Polen
13.–14.02.2027 – Lodz, Polen
PARTS – 5. Lehrgang (Module 1–3) Lodz, Polen
20-21.02.2027
12-13.06.2027
23-24.10.2027
Seminarsprache: Polnisch
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Wenn Du Dich für PARTS, eine Fortbildung für Deine Organisation oder eine andere Form der Zusammenarbeit interessierst, schreib mir gerne.